Praxisinhaltsversicherung
für eine Zahnarztpraxis

wie Sie Ihre Zahnarztpraxis gegen Sach- und Ertragsausfallschäden versichern

Sie sind niedergelassener Zahnarzt, Oralchirurg oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg und haben eine Zahnarztpraxis oder Zahnklinik.

Sie interessieren sich für eine Praxisinhaltsversicherung, die die besonderen Anforderungen Ihrer Zahnarztpraxis berücksichtigt.

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Inhaltsverzeichnis

 

 

I. Warum eine Praxisversicherung für eine Zahnarztpraxis existenziell wichtig ist

Für viele Zahnärzte ist ihre Zahnarztpraxis die größte Investition ihres Lebens

Niedergelassene Zahnärzte erbringen ihre Arbeitsleistung höchstpersönlich in ihrer Zahnarztpraxis, die zugleich die Existenzgrundlage ihres beruflichen Schaffens ist.

Oft bewegen sich die Investitionskosten für eine Zahnarztpraxis zwischen 300.000 Euro und 700.000 Euro, bei einigen hochtechnisierten Zahnartpraxen liegen diese sogar noch höher. An den Investitionskosten hat die störanfällige Medizintechnik einen maßgeblichen Anteil.

Doch was passiert, wenn Ihre Zahnarztpraxis beispielsweise durch einen Brand zerstört wird und Sie die gesamte Praxisausstattung und Medizintechnik wieder neu anschaffen müssen?

Ist Ihre Zahnarztpraxis dann wirklich zum Neuwert versichert, so dass Sie die zerstörte oder beschädigte Praxisausstattung möglichst zeitnah wieder neu anschaffen können?

Oder kürzt der Versicherer bei älterem Praxisinventar oder älterer Medizintechnik seine Versicherungsleistung, weil er sich auf eine Zeitwertklausel beruft, die ihm eine Kürzung der Entschädigungsleistung von mindestens 60% erlaubt?

Und wer erstattet Ihnen für die Dauer der Praxisunterbrechung den entgehenden Praxisgewinn und kommt Monat für Monat für die anfallenden laufenden Praxiskosten wie Gehälter, Miete, Zinsaufwendungen, Leasingraten und Versicherungsbeiträge auf?

Und wovon soll jetzt Ihr Praxisdarlehn zurückgezahlt werden?

In dieser existenziellen Notsituation zeigt es sich, ob Sie Ihre Zahnarztpraxis tatsächlich ausreichend und bedarfsgerecht versichert haben und Sie sich mühelos zurücklehnen können, weil Ihre Praxisversicherung für Ihre Zahnarztpraxis sowohl den Sachschaden als auch den Ertragsausfallschaden (entgangener Praxisgewinn und fortlaufende Praxiskosten) voll übernimmt. In vielen Fällen wird dies jedoch nicht der Fall sein.

In vielen Fällen wird dies jedoch nicht Fall sein.

Gerade größere Schäden und vor allem Großschäden sind bei Zahnarztpraxen fast immer vollkommen unzureichend versichert. Weiter unten erfahren Sie, warum das so ist und der Versicherer die Ihnen zustehende Entschädigungsleistung kürzen oder gar ganz verweigern darf.

Zudem erfahren Sie, wie Sie diese Leistungskürzungsrechte des Versicherers in Ihrer Praxisinhaltsversicherung für Ihre Zahnarztpraxis von vornherein vermeiden können, in dem Sie erfahren, auf welche Bedingungen und Klauseln Sie bei der Auswahl einer geeigneten Praxisversicherung besonders achten sollten, damit Sie im Schadenfall auf der sicheren Seite stehen. 

Liquidationsengpässe nach einem Großschaden in einer Zahnarztpraxis können leicht zur Insolvenz des Zahnarztes führen

Angesichts der Tatsache, dass Zahnärzte oft zu Beginn ihrer freiberuflichen Tätigkeit Praxis- und Eigenheimfinanzierungen zwischen 400.000 € bis 1,5 Mio. Euro aufzuweisen haben und deshalb meist bis zum 50. oder 55. Lebensjahr hohe Zins- und Tilgungsverpflichtungen erbringen müssen, sind Vermögen und größere Rücklagen bis dahin meist nicht vorhanden.

Umso wichtiger ist es für Zahnärzte, dass ihre Praxisinhaltsversicherung und Ertragsausfallversicherung für ihre Zahnarztpraxis den Sachschaden und den Ertragsausfallschaden voll übernimmt.

Banken sind bei einem nicht ausreichend versicherten Großschaden nicht bereit Kredite zu vergeben

Bei einem nicht ausreichend versicherten Großschaden kann es leicht zu einer Insolvenz der Zahnarztpraxis und des Zahnarztes kommen. Die Banken werden verständlicherweise bei einer Unterversicherung oder bei Deckungslücken im Versicherungsschutz nicht bereit sein, Neukredite zu vergeben oder bereits bestehende Kredite aufzustocken.

Insbesondere werden Banken dann nicht bereit sein, Kredite zu vergeben, wenn der durch den Sachschaden entstehende Ertragsausfallschaden (entgangener Praxisgewinn und fortlaufende Praxiskosten) im Schadenfall nur zu einem Bruchteil versichert ist, wie dies fast immer der Fall ist.

Bei fast allen von uns analysierten Praxisunterbrechungsversicherungen (Ertragsausfallversicherungen) für eine Zahnarztpraxis ist dies der Fall gewesen.
- siehe Schadenbeispiel weiter unten

Bei einem nicht ausreichend versicherten Großschaden an der Zahnarztpraxis droht einem Zahnarzt die Insolvenz

Zahnärzte haben aufgrund von Praxisfinanzierungen und privaten Eigenheimfinanzierungen meist Verbindlichkeiten zwischen 400.000 € und 1.500.000 € und damit Monat für Monat erhebliche Zins- und Tilgungsverpflichtungen. Bei einem nicht ausreichend versicherten Großschaden erweist sich die Anschaffung und Finanzierung von Ersatzgeräten als unmöglich, da Banken bei einer Unterversicherung oder Deckungslücken im Versicherungsschutz nicht bereit sind, bestehende Kredite aufzustocken oder Neukredite zu vergeben.

Besonders problematisch ist die Situation, wenn der Ertragsausfallschaden (entgehender Praxisgewinn und fortlaufende Praxiskosten) nicht bedarfsgerecht abgesichert ist und die notwendige Versicherungssumme erheblich zu klein ist. Bei mehr als 90% der uns zur Analyse und Betreuung übertragenen Praxisunterbrechungsversicherungen (Ertragsausfallversicherungen) war dies der Fall.

Gewinne können während der Dauer der Praxisunterbrechung nicht erwirtschaftet werden, fortlaufende Praxiskosten fallen jedoch weiter an. Zins- und Tilgungsverpflichtungen können vom Zahnarzt nicht mehr erbracht werden.

Es steht damit die gesamte finanzielle Existenz der Zahnarztpraxis und des Zahnarztes auf dem Spiel.

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II. Versicherungsumfang einer Praxisversicherung für Zahnarztpraxen

Wichtiger Hinweis: Praxisversicherung, Praxisinhaltsversicherung, Betriebsinhaltsversicherung und Geschäftsinhaltsversicherung sind synonyme Begriffe.

Welches Praxisinventar ist in einer Praxisversicherung für eine Zahnarztpraxis versichert

Versichert ist der gesamte Praxisinhalt der Zahnarztpraxis. Darunter fallen beispielsweise folgende Positionen:

  • Anlagen und Geräte der Medizintechnik
  • Anlagen und Geräte der Labortechnik
  • die Praxisausstattung
  • Datenträger und Daten
  • Mietereinbauten
  • die gesamten Vorräte der Zahnarztpraxis (z.B. Edelmetalle)
  • hochwertige Sachen (z.B. Teppiche, Bilder, Kunstgegenstände, Antiquitäten)
  • Bargeld

Welche Sachen versichert sind, ist in den jeweiligen Versicherungsbedingungen zur "Praxisinhaltsversicherung Zahnarztpraxis" explizit genannt.

Zudem ist in den Versicherungsbedingungen erläutert unter welchen Voraussetzungen auch fremdes Eigentum, Kommisionsware und Leasinggegenstände mitversichert sind. Hier sollten Sie anhand der jeweiligen Versicherungsbedingungen, die sich von Versicherer zu Versicherer unterscheiden, überprüfen, ob und inwieweit diese Sachen tatsächlich versichert sind.

Welche Gefahren sind in einer Praxisversicherung für eine Zahnarztpraxis versicherbar?

Neben den folgenden Standardgefahren, die üblicherweise in herkömmlichen Sachversicherungen für Zahnarztpraxen versichert sind :

  • Feuer
  • Leitungswasser
  • Sturm, Hagel
  • Einbruchdiebstahl
  • Vandalismus

sind eine Vielzahl von anderen Gefahren und Schäden über sogenannte Allrisk-Deckungen für Zahnarztpraxen oder über EC-Deckungen und erweiterte Elementarschadendeckungen versicherbar.

Untenstehendes Schaubild zeigt Ihnen im Überblick, welche Sachen und welche Gefahren in einer Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis grunsäztlich versicherbar sind.

 

praxisversicherung-zahnarztpraxis-versicherbare-Sachen

 

 

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III. Warum Sie eine Elektronikversicherung für Ihre Zahnarztpraxis benötigen

Die Geräte der Medizintechnik stellen in einer Zahnarztpraxis stets die höchsten Werte dar 

Eine Zahnarztpraxis ohne moderne Medizintechnik ist heute nicht mehr vorstellbar. Gemessen an der gesamten Praxisausstattung stellen Geräte der Medizintechnik wie Behandlungsstühle, Röntgengeräte und Röntgensensoren die wertvollsten Geräte einer Zahnarztpraxis dar.

Ca. 70% aller Elektronikschäden sind über eine herkömmliche Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis nicht versichert

Gerade aber die hochwertigen und störanfälligen Geräte der Medizintechnik sind oftmals nur unzureichend versichert. Oft sind sie über herkömmliche Praxisinhaltsversicherungen nur gegen die Gefahren Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl, Sturm und Hagel versichert.

Diese Absicherung ist jedoch bei weitem nicht ausreichend, denn ca. 70% der typischen Elektronikgefahren sind über eine herkömmliche Praxisversicherung für Zahnärzte nicht versichert.

"Stromschäden" können in Sekundenbruchteilen zu Großschäden an der Medizintechnik führen
Vor allem die Gefahren Überspannung, Überstrom und Kurzschluss können auf einen Schlag in Sekundenbruchteilen zu Großschäden an der Medizin- und Labortechnik führen.

 

ueberspannungsschaden zahnarztpraxis

 

Diese Schäden sind aufgrund des hohen Schadenpotentials bei herkömmlichen Praxisinhaltsversicherungen für Zahnarztpraxen bewusst nicht vom Versicherungsschutz erfasst. Deshalb sollten diese hochempfindlichen Geräte über eine spezielle Elektronikversicherung für Zahnarztpraxen versichert werden.

Die Ursachen für Elektronikschäden stellen sich wie folgt dar:

  • ca. 40% beruhen auf Fahrlässigkeit, Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit
  • ca. 10% beruhen auf Kurzschluss
  • ca. 10% beruhen auf Überspannung und Überstrom
  • ca. 8 % beruhen auf Wasser (Erdrutsch, Erdsenkung, Frost, Hochwasser, Lawinen, Schneedruck)

Weitere Informationen über den Versicherungsumfang einer Elektronikversicherung für Zahnarztpraxen erhalten Sie auf folgender Seite:

 » Elektronikversicherung für eine Zahnarztpraxis

 

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IV. Versicherungskonzept Zahnarztpraxis:
typische "Fallstricke" in der Vertragsgestaltung einer Praxisversicherung für eine Zahnarztpraxis und wie Sie diese vermeiden

Vertragliche Leistungskürzungsrechte des Versicherers sollten vermieden werden

Die folgenden Ausführungen beruhen auf der langjährigen Schadenregulierungspraxis des Verfassers (Andreas Schiewe) und sollen dem interessierten Zahnarzt lediglich in komprimierter und vereinfachter Form aufzeigen, welche vertraglichen Möglichkeiten ein Versicherer hat, die vereinbarte Entschädigungsleistung im Schadenfall zu kürzen und wie Sie schon bei Vertragsabschluss diese Fallstricke vermeiden.

Im Wesentlichen handelt es sich um 6 typische vertragliche Leistungskürzungsrechte, die in der Schadenregulierungspraxis immer wieder von den Versicherern angeführt werden, um sich vor allem bei größeren Schäden oder Großschäden voll oder teilweise von ihrer Leistungspflicht zu befreien.

Aus der Vermeidung oder Reduzierung dieser "typischen Leistungskürzungsrechte" lässt sich ein Anforderungsprofil herleiten, das eine Praxisinhaltsversicherung und eine Ertragsausfallversicherung (Praxisunterbrechungsversicherung) für eine Zahnarztpraxis erfüllen sollte.

Weitere Informationen hierzu finden Sie weiter unten unter:
V: Deckungskonzept Zahnarztpraxis: die 6 wichtigsten Leistungspunkte, die Ihr Sachversicherungsskonzept für Ihre Zahnarztpraxis erfüllen sollte

 

Unterversicherung in der Praxisversicherung für eine Zahnarztpraxis

Eine Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis ist eine Vollwertsicherung. Das heißt, dass Sie die gesamte Praxisausstattung auch zum vollen Wert versichern müssen. Dabei muss die Versicherungssumme dem Versicherungswert des gesamten Praxisinventars wie der Medizintechnik, Labortechnik und Praxisausstattung entsprechen. Der Versicherungswert ist der Neuwert dieser Gegenstände.

Exkurs: Was versteht man unter Neuwert, Zeitwert und gemeinem Wert?
Neuwert: Der Neuwert ist der Betrag, der aufzuwenden ist, um Sachen in neuwertigem Zustand wiederzubeschaffen oder sie neu herzustellen.

Zeitwert: Der Zeitwert ist der Neuwert abzüglich einer Wertminderung durch Alter und Abnutzung. Regelmäßig ist in den Versicherungsbedingungen für eine Praxisinhaltsversicherung für Zahnarztpraxen vereinbart, dass eine Entschädigung nach dem Zeitwert erfolgt, wenn der Zeitwert weniger als 40% des Neuwertes beträgt.

Gemeiner Wert: Der gemeine Wert kommt zur Anwendung, wenn die Sachen nicht mehr zu verwenden sind. Er ist der für den Versicherungsnehmer erzielbare Verkaufspreis.

Eine Unterversicherung wird auch für Schäden unterhalb der Versicherungssumme voll angerechnet

Ist bei einer Inhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis die Versicherungssumme niedriger als der Versicherungswert, liegt eine Unterversicherung vor und der Versicherer ist im Schadenfall berechtigt, die Entschädigungsleistung zu kürzen.

Achtung: Die Entschädigungskürzung infolge einer Unterversicherung erfolgt auch für kleinere Sach- und Praxisunterbrechungsschäden, die von der Höhe her weit unterhalb der Versicherungssumme liegen.

Dies führt im Schadenfall regelmäßig zu Unverständnis, weil viele Zahnmediziner irrtümlich annehmen, der Versicherer würde bei einem Teilschaden stets bis zur Höhe der Versicherungssumme voll zahlen und sie wären somit für kleinere und mittelgroße Schäden stets ausreichend versichert. Dem ist leider nicht so.

Beispiel:
Eine Zahnarztpraxis verfügt über Praxisinventar im Wert von 400.000 €. Die Versicherungssumme beträgt nur 200.000 €.

Ein Leitungswasserschaden wird mit 50.000 € beziffert. In diesem Fall erhält der Zahnarzt nicht etwa die vollen 50.000 €, sondern nur eine Entschädigungsleistung von 25.000 €. Und dies, obwohl eine Versicherungssumme von 200.000 € zur Verfügung steht und diese bei weitem nicht ausgeschöpft ist.

Der Versicherungsnehmer hat nur die Hälfte eines jeden möglichen Schadens versichert und erhält deshalb auch nur die hälftige Versicherungsleistung.

Auch bei einem Teilschaden erfolgt die volle Anrechnung einer Unterversicherung!

Ähnliche Regelungen für die Anrechnung einer Unterversicherung gelten auch für die Mitversicherung eines durch einen Sachschaden entstandenen Ertragsausfallschadens (Praxisunterbrechungsschaden).

siehe auch Schadenbeispiel weiter unten

 

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Für die richtige Höhe der Versicherungssumme Ihrer Praxisversicherung sind Sie als Zahnarzt allein verantwortlich.

Die Ermittlung der Versicherungssumme ist eine schwierige, mit vielen Unsicherheitsfaktoren belastete Aufgabe. Eine zu niedrig ermittelte Versicherungssumme ist einer der häufigsten Gründe dafür, warum ein Versicherer im Versicherungsfall die  Versicherungsleistung kürzen darf, weil eine Unterversicherung vorliegt.

  ermittlung versicherungssumme zahnarztpraxis

Wegen der Komplexität des Themas ist es an dieser Stelle nur möglich, Ihnen allgemeine und stichwortartige Hinweise zu geben, wie die Versicherungssumme ermittelt werden kann.

Vereinfachtes Schema für die Ermittlung der Versicherungssumme für die Praxisinventarversicherung einer Zahnarztpraxis:

  1. Praxisinventar (z.B. Geräte der Medizin- und Labortechnik, Büroelektronik, Praxisausstattung, kaufmännische Praxiseinrichtung, Wertsachen wie Teppiche, Bilder, Kunstgegenstände, Antiquitäten):

    Für diese Sachen sind aus dem Anlagen- und Bestandsverzeichnis die ursprünglichen Anschaffungskosten (Neuwert) zu entnehmen und die vom Zeitpunkt der Anschaffung bis zum Bewertungsstichtag (z.B. Abschluss des Vertrages) erfolgten Preissteigerungen (Inflation) hinzuzurechnen.

    Hinweis: Für Wertsachen oder hochwertige Sachen wie Teppiche, Bilder, Kunstgegenstände und Antiquitäten sind meist bedingungsgemäß vertragliche Entschädigungshöchstgrenzen vereinbart. In diesem Fall sind Werte oberhalb der bedingungsgemäßen oder vereinbarten Entschädigungshöchstgrenzen bei der Ermittlung der Versicherungssumme nicht zu berücksichtigen.
  2. Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG): durchschnittliche Anschaffungen eines Jahres x 7 (Werte aus BWA, GuV-Rechnung oder Summen- und Saldenliste entnehmen) oder Anschaffungen der letzten 5 Jahre. Es sollte vorsorglich der höhere Betrag angesetzt werden.
  3. Mietereinbauten: z.B. alle vom Zahnarzt vorgenommenen Einbauten (z.B. Bodenbelege, Einbauschränke, Türen) sowie Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallationen, die der Zahnarzt als Mieter auf seine Kosten beschafft oder vorgenommen hat, sofern und soweit diese dem Betrieb der versicherten Zahnarztpraxis dienen.
  4. Bestand an Bargeld, Wertpapieren, Edelmetallen, Laborbedarf, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen

    Hinweis: Bargeld, Wertpapiere und Edelmetalle sind (fast) immer bei einer klassischen Praxisinhaltsversicherung über eine Pauschaldeklaration bis zu einer bestimmten Höchstgrenze auf Erstes Risiko versichert. Deshalb sind diese Bestände bei der Ermittlung der Versicherungssumme nicht zu berücksichtigen. Bei Allrisk-Versicherungen für Zahnarztpraxen sind obige Positionen meist mit in die Versicherungssumme einzubeziehen, da ein Pauschaldeklaration oft nicht besteht. Es sind jedoch für diese Positionen stets vertragliche Entschädigungshöchstgrenzen zu beachten. In diesem Fall sind Werte oberhalb der Entschädigungsgrenzen nicht mit in die Versicherungssumme einzurechnen. Hier hilft nur ein Blick in die Versicherungsbedingungen, um zu erfahren, welche Regelungen gelten.
  5. Sonstiges: Bücher, Büromaterial, Einrichtungsgegenstände unter 100 € etc.
  6. Außen am Gebäude angebrachte Sachen wie zum Beispiel Antennen, Gefahrmelde-, Beleuchtungs- und Leuchtröhrenanlagen, Markisen, Schilder, Transparente, Lampen etc.

    Hinweis: außen am Gebäude angebrachte Sachen sind oftmals bei einer klassischen Praxisinhaltsversicherung über eine Pauschaldeklaration bis zu einer bestimmten Entschädigungshöchstgrenze auf Erstes Risiko versichert. In diesem Fall sind diese Sachen bei der Ermittlung der Versicherungssumme nicht zu berücksichtigen. Bei Allrisk-Versicherungen für Zahnarztpraxen sind außen angebrachte Sachen meist bis zu den bedingungsgemäßen Entschädigungshöchstgrenzen mit in die Versicherungssumme einzurechnen. Hier ist der genaue Wortlaut in den Versicherungsbedingungen entscheidend.
  7. Glas- und Werbeanlagen: sofern diese zu den bedingungsgemäß mitversicherten Sachen gehören und diese nicht schon über eine Pauschaldeklaration bis zu bestimmten bedingungsgemäßen Entschädigungshöchstgrenzen mitversichert sind
  8. Verlust von Rezepten
  9. Fremdes Eigentum: welches für die Zahnarztpraxis genutzt wird, gehört bedingungsgemäß regelmäßig zu den versicherten Sachen.
  10. Leasinggegenstände: diese Sachen sind nicht bilanziert und sind deshalb auch nicht im Anlagen- und Bestandsverzeichnis erfasst. Leasinggegenstände werden in der Regel mit dem Neuwert angesetzt, wenn und solange eine Kaufoption besteht. Besteht keine Kaufoption oder ist diese abgelaufen, gilt meist der Zeitwert als Versicherungswert.
  11. Höherversicherung oder Vorsorgeversicherung von mindestens 10%: um Fehleinschätzungen und Fehlbewertungen auszugleichen

 

Es sind unbedingt die zugrundeliegenden Versicherungsbedingungen, Klauseln und Pauschaldeklarationen des jeweiligen Praxisversicherers zu beachten, um beurteilen zu können, welche Sachen zu welchem Wert in welcher Höhe zu berücksichtigen sind!

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Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis stets mit Unterversicherungsverzicht abschließen

Einige Praxisversicherungen für Zahnarztpraxen gewähren bedingungsgemäß einen Unterversicherungsverzicht. Hier entschädigt der Versicherer auch bei kleineren Sachschäden bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme - ohne Prüfung und Anrechnung einer Unterversicherung. Die Versicherungssumme hat hier lediglich die Funktion einer Entschädigungshöchstgrenze.

Der Versicherer entschädigt selbst dann zum Neuwert bis zur Höhe der Versicherungssumme, wenn der Versicherungswert höher als die vereinbare Versicherungssumme sein sollte und deshalb faktisch eine Unterversicherung vorliegen würde.

Diesen Unterversicherungsverzicht gewähren meist nur sogenannte All-Risk-Versicherungen für Zahnarztpraxen.

 

Exkurs: All-Risk-Versicherungen für Zahnarztpraxen (Sachversicherungskonzept)
Bei einer Allgefahrendeckung für eine Zahnarztpraxis (Allrisk-Deckung) handelt es sich um den umfangreichsten Versicherungsschutz, der versichert werden kann. Der Versicherungsschutz geht weit über die Leistungen einer klassischen Praxisversicherung hinaus.

Auf die gewohnte Aufzählung von versicherten Gefahren wie beispielsweise Feuer, Leitungswasser oder Sturm verzichtet der Versicherer. Damit sind alle Gefahren - auch unbenannte - versichert. Ausgeschlossen sind beispielsweise nur die bedingungsgemäßen Ausschlüsse wie Krieg, innere Unruhen, Kernenergie, Vorsatz, Abnutzung, Verschleiß, Alterung und Korrosion.

Versichert sind somit alle Schäden an versicherten Sachen durch Zerstörung, Beschädigung und Abhandenkommen durch Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Raub und Plünderung, sofern nicht in den Versicherungsbedingungen ein Ausschluss oder eine Einschränkung vereinbart ist. 

Die Beweislast für einen Ausschluss hat grundsätzlich der Versicherer. Dies ist für den Zahnarzt als Versicherungsnehmer ein weiterer Vorteil.

Wichtig:
Die vereinbarte Entschädigungsgrenze, zum Beispiel von 1 Mio. Euro, gilt bei All-Risk-Sach-Deckungen meist für Sachschäden und für die mitversicherten Kosten (z.B. Aufräumungskosten, Abbruchkosten, Bewegungs- und Schutzkosten). Deshalb ist zu prüfen, ob die Entschädigungshöchstgrenze wirklich ausreichend ist, um den höchstmöglichen Sachschaden und den höchstmöglichen Kostenschaden abzudecken. Gegebenenfalls muss die Entschädigungsgrenze einzelvertraglich erhöht werden. Gleiches gilt für die Entschädigungshöchstgrenze für die in der All-Risk-Versicherung regelmäßig mitversicherten Ertragsausfallversicherung (Praxisunterbrechungsversicherung).

 

Bedingungsgemäß ist bei Allrisk-Sachdeckungen für Zahnarztpraxen meist vereinbart, dass ein Sachschaden inklusive Kostenschaden maximal bis zu einer vereinbarten Entschädigungsgrenze von beispielsweise 1 Mio. € ohne Prüfung und Anrechnung einer Unterversicherung versichert ist.

Bei einer Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis sind die vollen Werte zu versichern
Achten Sie  darauf, dass Sie auch wirklich die "vollen Werte" versichern, andernfalls kann der Versicherer im Schadenfall eine Unterversicherung geltend machen und die Schadenleistung kürzen.

Versicherungswert ist der Neuwert. Das heißt, dass Sie Ihre gesamte Medizintechnik, Labortechnik und Praxisausstattung auch zum aktuellen Neuwert voll versichern müssen. Die Versicherungssumme muß dem Versicherungswert entsprechen!

Möglichst eine Praxisinhaltsversicherung mit Unterversicherung abschließen
Sehr wichtig ist es, dass Ihre Praxisinhaltsversicherung für Ihre Zahnarztpraxis einen Unterversicherungsverzicht gewährt oder es sich um eine "Versicherung auf Erstes Risiko" handelt. 

Die Ideallösung: Allrisk-Versicherung für Zahnarztpraxen
Bedingungsgemäß ist bei einer Allrsik-Deckung in der Regel vereinbart, dass Sachschäden maximal bis zu einer vereinbarten Entschädigungsgrenze von beispielsweise 1 Mio. € oder 1,5 Mio. € ohne Prüfung und Anrechnung einer Unterversicherung reguliert werden.

Zudem kann in vielen Fällen die schwierige und fehleranfällige Ermittlung der Versicherungssumme für die Sachwerte entfallen, wenn eine ausreichend hohe Entschädigungsgrenze vereinbart wird.

Exkurs: Was ist eine Versicherung auf Erstes Risiko?
Bei einer Versicherung auf Erstes Risiko (Erstrisikoversicherung) gelten die Bestimmungen über die Unterversicherung nicht. Der Versicherer reguliert einen Schaden bis zur vereinbarten Versicherungssumme auf Erstes Risiko - ohne zu prüfen, ob eine Unterversicherung vorliegt.

Bei einer All-Risk-Deckung für eine Zahnarztpraxis mit einer Entschädigungshöchstgrenze und einem vertraglichen Unterversicherungsverzicht handelt es sich im Grunde ebenfalls um eine Versicherung auf Erstes Risiko.

 

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Zeitwertklausel - eines der größten Risiken für Zahnärzte ist die 40%-Klausel

Grundsätzlich ist eine Praxisversicherung für eine Zahnarztpraxis eine Neuwertversicherung. Aber trotzdem finden sich in nahezu allen Praxisinhaltsversicherungen Zeitwertklauseln. Dies ist fatal, denn diese Klauseln bewirken, dass immer dann zum Zeitwert entschädigt wird, wenn der Zeitwert weniger als 40% des Neuwertes der versicherten Sache beträgt.

 

Die Zeitwertklausel führt bei Zahnarztpraxen zu beträchtlichen Leistungskürzungen

Gerade wenn die Behandlungsstühle, die Medizintechnik oder die Praxisausstattung schon etwas älter oder steuerlich abgeschrieben sind, wird der Versicherer im Schadenfall versuchen, die in seinen Versicherungsbedingungen vereinbarte Zeitwertklausel anzuwenden und eine Entschädigung zum Zeitwert vornehmen.

Beispiel:

1. Der Schaden
Ein Brand in einer Zahnarztpraxis zerstört einen Behandlungsstuhl nebst Medizintechnik mit einem Neuwert von 100.000 €. Der Sachverständige ermittelt jedoch nur einen Zeitwert von 30.000 € - also nur 30% des Neuwerts.

2. Das Problem
Nach der am Markt üblichen Zeitwertklausel bekäme der Zahnarzt nur 30.000 € und müsste die fehlenden 70.000 € selbst tragen.

3. Die Lösung
Bei einer "uneingeschränkten Neuwertklausel" erhält der Zahnarzt die vollen 100.000 € und kann sich einen neuen Behandlungsstuhl nebst Medizintechnik anschaffen.

 

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Beispiele für Neuwertklauseln

Theoretisch könnten folgende Neuwertklauseln bei einer Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis vereinbart werden: 

Neuwertklausel I.

"Sachen gelten grundsätzlich so lange zum Neuwert versichert, solange sie im Betrieb des Versicherungsnehmers noch mit einem wirtschaftlichen Nutzen eingesetzt werden können."
(erweiterte Neuwertversicherung)

Neuwertklausel II.

"Für die vertraglich mitversicherten Sachen, die sich im ständigen Gebrauch befinden, funktionstüchtig sind und regelmäßig gewartet werden, ist der Versicherungswert der Neuwert, auch dann, wenn der Zeitwert weniger als 40% des Neuwertes beträgt."

Top-Lösung

"Der Versicherungswert ist immer der Neuwert, auch, wenn der Zeitwert der versicherten Sachen unter 40% des Neuwerts liegt."

Die Praxisversicherer für Zahnarztpraxen tun sich jedoch sehr schwer damit, eine von den obigen Neuwertklauseln bedingungsgemäß in ihre Versicherungsbedingungen aufzunehmen oder einzelvertraglich zu vereinbaren. Oft ist eine einzelvertragliche Regelung, falls überhaupt durchsetzbar, nur durch hartnäckige Verhandlungen erreichbar.

Wichtig: Strikter Verzicht auf die Zeitwertklausel
Ihre Praxisinhaltsversicherung für Ihre Zahnarztpraxis sollte nach Möglichkeit strickt auf die Anwendung einer Zeitwertklausel verzichten.  Ideal für Sie als Zahnarzt ist eine uneingeschränkte Neuwertklausel mit etwa folgendem Wortlaut:

"Der Versicherungswert ist immer der Neuwert, auch wenn der Zeitwert der versicherten Sachen unter 40% des Neuwerts liegt."

Hinweis: Alle Klauselbeispiele sind als unverbindliche stark vereinfachte Beispiele zu betrachten. Die Ausführungen und Klauselbeispiele ersetzen keine Einzelfallberatung. Die Klauseln müssen individuell in das jeweilige Vertragswerk des jeweiligen Praxisversicherers eingepasst werden. Gern können Sie unsere Hilfe anfordern.

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Einwand der groben Fahrlässigkeit:
- Leistungskürzung oft um 50% bis 70%

Wird ein Schaden vom Versicherungsnehmer grob fahrlässig herbeigeführt, darf der Versicherer seine Entschädigungsleistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis kürzen (Ouotenregelung).

Dasselbe gilt, wenn der Versicherungsnehmer eine Obliegenheit vor Eintritt des Versicherungsfalles, z.B. gesetzliche, behördliche oder vertragliche Sicherheitsvorschriften grob fahrlässig verletzt oder eine Gefahrerhöhung grob fahrlässig vornimmt oder duldet.

Folgendes Schaubild zeigt Ihnen im Überblick eine Auswahl von bedeutsamen Fällen, in denen der Versicherer berechtigt ist, seine Entschädigungsleistung zu kürzen:

 

 einwand grobe fahrlaessigkeit zahnarztpraxis

 

 

Grob fahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalles

Ein Praxisinhaltsversicherer für eine Zahnarztpraxis hat das Recht, die Entschädigungsleistung im Schadenfall zu kürzen, wenn der Versicherungsnehmer den Schaden grob fahrlässig herbeiführt.

Immer dann, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt, kann der Versicherer berechtigt sein, die Entschädigungsleistung um meist 50% oder gar 70% und mehr zu kürzen. Für die Höhe der Leistungskürzung ist die Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers maßgeblich.

Grob fahrlässige Verletzung von Obliegenheiten und grob fahrlässige Vornahme oder Duldung einer Gefahrerhöhung

Die gleichen Leistungskürzungsrechte hat der Versicherer, wenn der Versicherungsnehmer z.B. gesetzliche, behördliche oder vertragliche Sicherheitsvorschriften grob fahrlässig verletzt (Obliegenheitsverletzung) oder grobfahrlässig eine Gefahrerhöhung vornimmt oder duldet.

In diesen Fällen ist der Versicherer ebenfalls berechtigt, die vereinbarte Entschädigungsleistung nach der Schwere des Verschuldens des Zahnarztes entsprechend zu kürzen (sogenannte Quotenregelung).

Exkurs: Vollständige Leistungsfreiheit des Versicherers bei Vorsatz oder Arglist des Versicherungsnehmers
Es ist sicherlich für jedermann nachvollziehbar, dass ein Versicherer nicht für einen Schaden aufzukommen hat, den ein Versicherungsnehmer vorsätzlich herbeigeführt hat.

Deshalb sehen gesetzliche und vertragliche Bestimmungen vor, dass der Versicherer in diesem Fall vollkommen leistungsfrei ist. 

Der Versicherer ist ebenfalls leistungsfrei, wenn der Versicherungsnehmer vorsätzlich Obliegenheiten verletzt. So hat der Versicherungsnehmer beispielswiese gesetzliche, behördliche oder vertragliche Sicherheitsvorschriften einzuhalten und Gefahrerhöhungen zu vermeiden, um seinen Versicherungsschutz nicht zu verlieren.

Obliegenheiten sind also Voraussetzungen und Verhaltensvorschriften, die ein Versicherungsnehmer zu erfüllen hat, um die vom Versicherer vertraglich zugesicherte Versicherungsleistung in einem Schadenfall zu erhalten.

Hinweis: Alle Ausführungen sind sehr stark vereinfacht und unvollständig. Sie sollen lediglich dem interessierten Leser stichwortartig und illustrativ über dieses komplexe Thema informieren. Es existieren daneben noch viele Detailregelungen, Besonderheiten, Verjährungsfristen und Kausalitätserfordernisse, auf die an dieser Stelle nicht eingegangen werden kann.

Vertraglicher Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei Praxisversicherungen für Zahnärzte

Einige wenige Praxisinhaltsversicherungen verzichten - meist werbewirksam in Hochglanzbroschüren hervorgehoben - auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalles

Meist wird der Verzicht vertraglich begrenzt auf 1% oder 2% der Versicherungssumme, meist bis zu einer Schadenhöhe bis maximal 10.000 € oder 20.000 €.

Doch was hat es mit dem Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit auf sich? Ist der Verzicht wirklich so vorteilhaft oder handelt es sich lediglich um Marketinggeplänkel?

 

Zunächst einmal ist der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalles positiv zu bewerten, schafft der doch auf den ersten Blick für kleinere bis mittelgroße Schäden etwas mehr Rechtssicherheit..

Nur der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalles greift bei einer Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis zu kurz

Doch dies ist nur auf den ersten Blick so. Denn fast immer geht eine grob fahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalles mit einer grob fahlässigen Obliegenheitsverletzung wie beispielsweise einer grob fahrlässigen Verletzung einer Sicherheitsvorschrift oder einer Gefahrerhöhung einher.

Der Versicherer wird deshalb stets bei einem vertraglich vereinbarten Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalles versuchen, sich auf den Einwand einer grob fahrlässigen Obliegenheitsverletzung vor Eintritt des Schadenfalles zu berufen. Und genau für diesen Fall hat der versicherte Zahnarzt keinen vertraglichen Verzicht. 

 

Beispiel:
Ein Zahnarzt lässt bei Verlassen seiner Praxis ein Fenster auf Kipp. Einbrecher nutzen nachts die Öffnung, um in die Zahnarztpraxis zu gelangen und entwenden Praxisausstattung im Wert von 85.000 €.

Das Verhalten des Zahnarztes wird von der Rechtsprechung als grob fahrlässig angesehen, weil das auf Kipp zurückgelassene Fenster kein ernsthaftes Zugangshindernis darstellt (grobfahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalles § 81 Abs. 2 VVG).

Gleichzeitig stellt dieses Verhalten eine grob fahrlässige Verletzung einer vorvertraglichen Obliegenheit im Sinne einer Sicherheitsvorschrift dar.

Verzichtet die Praxisinhaltsversicherung für die Zahnarztpraxis nur auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalles, dann läuft dieser Verzicht für die versicherte Zahnarztpraxis ins Leere.

Der Versicherer wird eine Obliegenheitsverletzung geltend machen und die Entschädigungsleistung wohl zwischen 50-70% kürzen können.

Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit ist meist wertlos...

... wenn der Verzicht nicht auch für Obliegenheitsverletzungen wie Sicherheitsvorschriften und Gefahrerhöhungen gilt.

In all den Fällen, wo die Herbeiführung des Versicherungsfalles mit einer grob fahrlässigen Verletzung einer Sicherheitsvorschrift oder einer Gefahrerhöhung (Obliegenheiten) zusammenfällt, wird der umworbene Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalls vollkommen wertlos.

Deshalb sollte bei einer Praxisinventarversicherung für eine Zahnarztpraxis darauf geachtet werden, dass der Verzicht der groben Fahrlässigkeit möglichst für alle drei folgenden Fallgestaltungen gilt:

  • Verzicht auf Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalles
  • Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei Verletzung von Sicherheitsvorschriften und Schadenverhütungsmaßnahmen (Obliegenheiten vor Eintritt des Schadenfalles)
  • Verzicht auf Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Vornahme oder Duldung einer Gefahrerhöhung

Leider ist es sehr selten, dass ein Versicherer in allen drei obigen Fällen auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet. Meist beschränkt sich der Verzicht, falls überhaupt einer ausgesprochen wird, lediglich auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei der Herbeiführung des Versicherungsfalles.

Beschränkt wird der Verzicht zudem meist auf Schäden bis 1% oder 2% der Versicherungssummen, oft maximiert auf 20.000 €. Dies ist definitiv zu wenig.

Möglichst Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bei Herbeiführung des Versicherungsfalles und für Obliegenheitsverletzungen (Sicherheitsvorschriften, Gefahrerhöhung) vereinbaren

Eine Praxisinhaltsversicherung nebst Praxisunterbrechungsversicherung (Ertragsausfallversicherung) für Zahnarztpraxen sollte auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit für Schäden mindestens bis 250.000 € in allen drei obigen Fallgestaltungen verzichten.
Diese Lösung schafft für Schäden bis 250.000 € ein hohes Maß an Rechtssicherheit.

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Vertragliche geforderte Sicherheitsvorschriften verschaffen dem Versicherer weitere Leistungskürzungsrechte

Bei einer Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis ist es heute immer noch üblich, dass die Versicherer einen Lageplan der Zahnarztpraxis mit einer Sicherheitsbeschreibung verlangen, in der alle vorhandenen Sicherungen aufgeführt sind

Nicht selten fordern die Versicherer die zusätzliche Anbringung von Einbruchdiebstahlsicherungen oder den Einbau einer Einbruchmeldeanlage, um einen möglichen Einbruch zu erschweren oder um die Täter von vornherein abzuschrecken.

Solche zusätzlichen Verpflichtungen sollten Sie nicht eingehen. Denn jede zusätzliche Sicherheitsmaßnahme stellt eine weitere vertragliche Obliegenheit dar, die der Zahnarzt für die Aufrechterhaltung seines Versicherungsschutzes einzuhalten hat.

Die Rechtsfolgen einer vorsätzlich begangenen Verletzung einer Sicherheitsvorschrift (Obliegenheitsverletzung) können dazu führen, dass der Versicherer vollständig leistungsfrei wird.

Bei einer grob fahrlässigen Verletzung einer Sicherheitsvorschrift (Obliegenheit) hat der Versicherer ein vertragliches oder gesetzliches Leistungskürzungsrecht entsprechend dem Verschulden des Versicherungsnehmers. In der Regel wird der Versicherer berechtigt sein, die Entschädigungsleistung um 50% bis 70% zu kürzen.

Eine Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis bleibt nur dann zur Leistung verpflichtet, wenn der versicherte Zahnarzt den Kausalitätsgegenbeweis führen kann.

Der Zahnarzt hätte in diesem Fall zu beweisen, dass die Verletzung der Sicherheitsvorschrift weder für den Eintritt oder die Feststellung des Versicherungsfalles noch für die Feststellung oder den Umfang seiner Leistungspflicht ursächlich geworden ist (§28 Abs. 3. S.1 VVG). Der Gegenbeweis ist schwer zu führen.

Die Sicherheitsvorschriften sollten sich bei einer Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis auf den "Status Quo" beschränken

Aus obigen Gründen sollten Sie als Zahnarzt darauf achten, dass:

  • möglichst wenige vertragliche Sicherheitsvorschriften und Schadenverhütungsmaßnahmen einzuhalten sind
  • möglichst keine Lagepläne mit zusätzlichen Sicherheitsbeschreibungen vom Versicherer gefordert werden
  • auf den Einbau zusätzlicher Einbruchdiebstahlsicherungen und einer Einbruchmeldeanlage verzichtet wird
  • nur die bei Antragstellung vorhandenen Sicherungen voll gebrauchsfähig zu erhalten und zu betätigen sind
  • und lediglich die Türen und alle sonstigen Öffnungen des Versicherungsortes außerhalb der betriebsüblichen Arbeitszeit ordnungsgemäß verschlossen zu halten sind.

 

Exkurs: Grob fahrlässige Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht
Sinngemäß gilt obiges auch für die grob fahrlässige Verletzung einer vorvertraglichen Anzeigepflicht bei Antragstellung. Hier hat jedoch der Versicherungsnehmer bei einer grob fahrlässigen Verletzung ein Vertragsanpassungsrecht, wenn der Versicherer bei Kenntnis der Umstände das Risiko, wenn auch zu anderen Bedingungen, angenommen hätte. Meist werden dann Risikozuschläge nacherhoben oder es kommt zu einem Risikoausschluss. Hätte der Versicherer bei Kenntnis der Umstände die Zahnarztpraxis nicht versichert, so ist er leistungsfrei und der versicherte Zahnarzt geht leer aus.
Um die Rechtsrisiken einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung, insbesondere wenn Sie eine Zahnarztpraxis übernehmen und über Vorschäden Ihres Vorgängers keine Kenntnis haben, zu reduzieren, sollten Sie beispielsweise folgende Klausel (sogenannte erweiterte Anerkennung) mit ihrem Versicherer vereinbaren:

 Klauselbeispiel: Erweiterte Anerkennung
„Der Versicherer erkennt an, dass ihm alle Gefahrumstände wahrheitsgemäß und vollständig anzeigt worden sind, die nach dem Vertrag zugrunde liegenden Allgemeinen Versicherungsbedingungen anzeigepflichtig waren. Die gilt jedoch nicht für die Umstände, die arglistig verschwiegen worden sind.“

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Praxisunterbrechungsversicherung für eine Zahnarztpraxis: Oft sind nur ca. 30% bis 40% des Praxisunterbrechungsschadens tatsächlich versichert

Besonders problematisch ist die Situation für einen Zahnarzt, wenn ein länger andauernder Praxisunterbrechungsschaden (entgehender Praxisgewinn und fortlaufende Praxiskosten) infolge eines Sachschadens nicht bedarfsgerecht abgesichert ist, weil die abgeschlossene Versicherungssumme erheblich zu klein ist.

Bei mehr als 90% der uns zur Analyse und Betreuung übertragenen Praxisunterbrechungsversicherungen für eine Zahnarztpraxis (Ertragsausfallversicherung) war die Versicherungssumme erheblich zu klein.

Vor allem bei finanziell erfolgreichen Zahnarztpraxen waren häufig nur 30% bis 40% des tatsächlich möglichen Praxisunterbrechungsschadens versichert. 

Fataler Fehler: stumpfe Übernahme der Versicherungssumme der Sachversicherung für die Ertragsausfallversicherung

Offensichtlich wird aus Unwissenheit und Unkenntnis die Versicherungssumme der Sachversicherung (Praxisinhaltsversicherung) von den Versicherungsvertretern für die Praxisunterbrechungsversicherung einfach "stumpf" übernommen. Dies sehen sogar die meisten Versicherungsbedingungen zur Betriebsunterbrechungsversicherung, die stets zur Absicherung des Praxisunterbrechungsschadens verwendet werden,  bedingungsgemäß oft so vor.

Dieses pauschale Vorgehen mag wohl auch in der einen oder anderen Branche ausreichend sein. Bei Zahnarztpraxen ist dies jedoch fatal, denn der mögliche Praxisunterbrechungsschaden ist bei Zahnarztpraxen stets viel höher als der Wert der vorhandenen Sachwerte der Zahnarztpraxis. Oft entspricht deshalb die Sachversicherungssumme nur einem Bruchteil des möglichen Ertragsausfallschadens (Gewinn und laufende Kosten) - gerade bei umsatzstarken Zahnarztpraxen.

 

Ein Praxisunterbrechungsschaden ist der größtmögliche Schaden einer Zahnarztpraxis
Der potentiell größtmögliche Schaden einer Zahnarztpraxis ist der durch einen Sachschaden entstehende Praxisunterbrechungsschaden (Ertragsausfallschaden). Gerade dieser ist aber meist am schlechtesten abgesichert!

Uns drängt sich der Verdacht auf, dass viele Versicherungsvermittler weder wissen wie sie eine bedarfsgerechte Versicherungssumme für die Ertragsausfallversicherung ermitteln, noch wie sie das Ertragsausfallrisiko versicherungstechnisch infolge eines Sachschadens sachgerecht versichern.

Anders ist es uns nicht erklärbar, dass weit über 90% der uns zur Analyse und Betreuung übertragenen Praxisunterbrechungsversicherungen für eine Zahnarztpraxis diesen eklatanten Fehler aufwiesen.

Bei einem unzureichend abgesicherten Praxisunterbrechungsschaden steht die gesamte finanzielle Existenz der Zahnarztpraxis und des Zahnarztes auf dem Spiel

Die Folgen dieses Fehlers können für Sie als Zahnarzt katastrophale Folgen haben: Gewinne können während der Dauer der Praxisunterbrechung nicht erwirtschaftet werden, fortlaufende Praxiskosten fallen jedoch weiter an. Zins- und Tilgungsverpflichtungen können nicht mehr erbracht werden.

Bei einer unzureichenden Absicherung der Zahnarztpraxis steht die gesamte finanzielle Existenz der Zahnarztpraxis und des Zahnarztes auf dem Spiel.

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V. Schadenbeispiel:
Großschaden an einer Zahnarztpraxis

Mehr als 90% der Zahnärzte würden bei einem Großschaden an ihrer Zahnarztpraxis vermutlich insolvent werden

Bei mehr als 90% der uns zur Analyse übertragenden Praxisversicherungen für eine Zahnarztpraxis wäre ein Zahnarzt vermutlich bei einem Großschaden in Verbindung mit einer längeren Praxisunterbrechung in die Insolvenz geschlittert. Zu schlecht war die Absicherung, zu schlecht die Versicherungsbedingungen.

An dieser Stelle sind mögliche Leistungskürzungsrechte eines Versicherers im Schadenfall nochmals in Stichworten aufgeführt:

  • Unterversicherung: die Versicherungssumme für die Praxis-Inhaltsversicherung (Sachversicherung) ist oft zu niedrig
  • Anwendung der Zeitwertklausel (40%)
  • nachteilige Bedingungen und Klauseln
  • völlig fasche Versicherungssumme für die Praxisunterbrechungsversicherung: "stumpfe" Übernahme der Versicherungssumme der Sachversicherung für die Praxis-Unterbrechungsversicherung (Ertragsausfallversicherung). Die Folge ist eine defizitäre existenzbedrohende Absicherung.
  • zusätzliche Anrechnung einer Unterversicherung bei der Ertragsausfallversicherung: es wird bspw. eine Unterversicherung angerechnet, weil die Versicherungssumme der Praxisinhaltsversicherung nicht dem Versicherungswert der Praxisausstattung und Medizintechnik entspricht oder weil die Versicherungssumme einer Elektronikversicherung oder einer anderweitig bestehenden Inhaltsversicherung nicht in die Versicherungssumme der Ertragsausfallversicherung eingerechnet wurde
  • Kürzungen der Entschädigungsleistung wegen grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalles oder grob fahrlässiger Obliegenheitsverletzungen

 

Folgendes Schadenbeispiel verdeutlicht Ihnen, wie sich obige Leistungskürzungsrechte bei einem Großschaden auswirken können:

Beispiel:
Ein Feuerschaden zerstört eine Zahnarztpraxis. Die mit der Zerstörung einhergehende Praxisunterbrechung dauert 12 Monate an.

Versicherungswerte:
Das gesamte Praxisinventar inklusive Medizintechnik hat einen Neuwert von 500.000 €. Der jährliche Praxisumsatz beträgt 1.100.000 €.

Versicherungssummen:
Die Versicherungssumme für die Praxis-Sachversicherung beträgt nur 300.000 €. Mitversichert sind Praxisunterbrechungsschäden der Zahnarztpraxis durch Sachgefahren. Dem Versicherungsvertrag liegt eine sogenannte "Kleine Betriebsunterbrechungsversicherung" zugrunde. Dies ist meist so üblich, jedoch ein folgenschwerer Fehler.

Die Versicherungssumme der "Kleinen Betriebsunterbrechungsversicherung" entspricht bedingungsgemäß nämlich der Sachversicherungssumme. In diesem in diesem Fall beträgt sie also nur 300.000 €, obwohl ein Praxisumsatz von 1.100.000 € erzielt wird. Somit sind beispielsweise bei einer Praxisunterbrechung von 12 Monaten 800.000 € des Unterbrechungsschadens nicht versichert.

Entschädigungsberechnung:
Sachschaden:        300.000 € x 300.000 (V-Summe) = 180.000 €
                                          
500.000 (V-Wert)

Ertrags-
ausfallschaden: 1.100.000 €, Höchstentschädigung  = 300.000 €

Gesamtentschädigung:                                              480.000 €

                       

Grafische Darstellung des Sachverhaltes:

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praxixversicherung-zahnarztpraxis2

 

Nur 480.000 € erhält der Zahnarzt vom Versicherer
- 920.000 € des Schadens hat er selbst zu tragen

Dieses vereinfachte Beispiel zeigt deutlich, wie wichtig es für einen Zahnarzt ist, bei der Absicherung seiner Zahnarztpraxis keine Kompromisse einzugehen. Dieser Schaden dürfte wohl mit der Insolvenz des Zahnarztes enden.

Keine Bank würde bereit sein, einem Zahnarzt bei einem nicht ausreichend versicherten Großschaden weitere Kredite zu gewähren.

 

Existenzbedrohende Sach- und Ertragsausfallschäden einer Zahnarztpraxis sollten auch bedarfsgerecht und rechtssicher abgesichert werden
An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig eine bedarfsgerechte Absicherung ist.

Größte Bedeutung für eine Praxisinhaltsversicherung für eine Zahnarztpraxis haben die dem Versicherungsvertrag zugrundeliegenden Versicherungsbedingungen und Klauseln sowie eine ausreichend hoch bemessene Versicherungssumme.

Die Versicherungsbedingungen und Klauseln sollten eindeutig und rechtsverbindlich sein und somit für den Zahnarzt einklagbar sein. Auf Praxisversicherungen mit schwammigen und intransparenten Versicherungsbedingungen sollten Sie verzichten!

Die Absicherung von Klein- oder Bagatellschäden ist zweitrangig
Oft wird die Absicherung von "Kleinschäden" von den Versicherern werbewirksam in den Vordergrund gestellt. Doch lassen Sie sich davon nicht in die Irre führen.

Ob nun ein Arztkoffer gegen Diebstahl bis 750 € oder 1.000 € versichert ist, ist letztlich für eine Zahnarztpraxis unbedeutend.

Viel wichtiger für Sie ist es, dass in Ihrer Praxisinhalts- und Praxisunterbrechungsversicherung für Ihre Zahnarztpraxis bedeutsame Versicherungsbedingungen und Klauseln, wie beispielsweise der Unterversicherungsverzicht, der Verzicht auf Zeitwertklauseln und möglichst wenige Ausschlüsse und andere Leistungskürzungsrechte vereinbart sind. Zudem sollte die Versicherungssumme ausreichend hoch sein.

Wichtiger Hinweis: Alle Ausführungen sind stark vereinfacht und unvollständig. Sie sollen lediglich dem interessierten Leser stichwortartig und illustrativ über dieses komplexe Thema informieren. Es existieren daneben noch viele Detailregelungen und Besonderheiten. Beispielsweise entspricht der Praxisumsatz der Zahnarztpraxis nicht dem in der Ertragsausfallversicherung (Praxisunterbrechungsversicherung) tatsächlich versicherten Deckungsbeitrag für den Gewinn und für die laufenden Kosten. Beispielsweise fallen in der Zeit der Praxisunterbrechung Aufwendungen für Praxis- und Laborbedarf sowie Fremdleistungen nicht mehr an.   

 

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VI. Deckungskonzept Zahnarztpraxis:
die 6 wichtigsten Leistungspunkte, die Ihr Sachversicherungs-Konzept für Ihre Zahnarztpraxis erfüllen sollte

Die 6 wichtigsten Leistungspunkte nochmals im Überblick

 

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Hinweis: Alle Hinweise zu den Leistungspunkten sind vereinfacht und unvollständig. Sie sollen lediglich dem interessierten Leser stichwortartig und illustrativ informieren. Es existieren daneben noch viele Detailregelungen und Besonderheiten. Die Ausführungen ersetzen keine Einzelfallberatung.  Bei größeren Zahnarztpraxen sind beispielsweise die Entschädigungsgrenzen nicht ausreichend.

 

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VII. All-Risk-Versicherung für eine Zahnarztpraxis

Die Ideallösung für die Absicherung Ihrer Zahnarztpraxis stellt eine All-Risk-Versicherung dar, die die sechs geforderten Leistungspunkte enthält. 

Bei einer Allgefahrendeckung für eine Zahnarztpraxis (Allrisk-Deckung) handelt es sich um den umfangreichsten Versicherungsschutz, der versichert werden kann. Der Versicherungsschutz geht weit über die Leistungen einer klassischen Praxisversicherung hinaus.

Auf die gewohnte Aufzählung von versicherten Gefahren wie beispielsweise Feuer, Leitungswasser oder Sturm verzichtet der Versicherer. Damit sind alle Gefahren - auch unbenannte - versichert. Ausgeschlossen sind nur die bedingungsgemäßen Ausschlüsse wie beispielsweise Krieg, innere Unruhen, Kernenergie, Vorsatz, Abnutzung, Verschleiß, Alterung und Korrosion.

Versichert sind somit alle Schäden an versicherten Sachen durch Zerstörung, Beschädigung und Abhandenkommen durch Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Raub und Plünderung, sofern nicht in den Versicherungsbedingungen ein Ausschluss oder eine Einschränkung vereinbart ist.

Die Beweislast für einen Ausschluss hat grundsätzlich der Versicherer. Dies ist für den Zahnarzt als Versicherungsnehmer ein weiterer Vorteil.

Wichtig:
Die vereinbarte Entschädigungsgrenze, zum Beispiel von 1.000.000 €, gilt bei All-Risk-Sach-Deckungen meist für den Sachschaden und für die versicherten Kosten, zum Beispiel für  Aufräumungskosten, Abbruchkosten, Bewegungs- und Schutzkosten. Deshalb ist zu prüfen, ob die Entschädigungshöchstgrenze wirklich ausreichend ist, um den höchstmöglichen Sachschaden und den höchstmöglichen Kostenschaden abzudecken. Gegebenenfalls muss die Entschädigungsgrenze einzelvertraglich erhöht werden.

Gleiches gilt für die Entschädigungshöchstgrenze für die in der Allrisk-Versicherung mitversicherte Ertragsausfallversicherung.

Achten Sie zudem darauf, dass Ihre All-Risk-Versicherung für Ihre Zahnarztpraxis auf die Anrechnung einer Unterversicherung für Schäden bis 1.000.000 € oder bis zu der von Ihnen benötigten vereinbarten höheren Entschädigungsgrenze verzichtet.

Ein Beispiel wie der Deckungsumfang einer umfassenden All-Risk-Versicherung für eine Zahnarztpraxis (Sachrisiken) aussehen kann, zeigt Ihnen folgende Grafik:

 

 allrisk versicherung zahnarztpraxis

 

Falls eine All-Risk-Versicherung für Ihre Zahnarztpraxis nicht möglich ist

Bedauerlicherweise ist nicht jede Zahnarztpraxis über eine All-Risk-Deckung versicherbar, weil die das Risiko tragenden Versicherer eine strenge Risikoprüfung vornehmen und Zahnarztpraxen mit bestimmten Risikomerkmalen und Besonderheiten ablehnen.

Sollte der Abschluss einer All-Risk-Versicherung für Ihre Zahnarztpraxis aus diesen Gründen nicht möglich sein, sollte versucht werden, über eine sinnvolle Kombination von Einzelversicherungen, möglichst umfassenden Versicherungsschutz zu erhalten. Die Leistungskürzungsrechte des Versicherers sollten, wie oben beschrieben, weitgehend eingeschränkt sein.

Welche Einzelversicherungen sinnvoll kombiniert und aufeinander abgestimmt werden müssen, zeigt Ihnen folgende Grafik:


 

 sachversicherungskonzept-zahnarztpraxis

 

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