Berufsunfähigkeitsversicherung Arzt und Zahnarzt: 5 Tipps, die Sie bei Vertragsabschluss beachten sollten

Tipp 1:

Berufsunfähigkeitsversicherung Arzt oder Zahnarzt: Die berufsspezifischen Besonderheiten müssen beachtet werden

Die Versicherungsvergleiche der Ratingagenturen, Fachmagazine und von Finanztest berücksichtigen oft nur allgemeingültige Bedingungen und Leistungsparameter bei der Bewertung von Berufsunfähigkeitsversicherungen - und dies  nur für wenige kategorische Berufsgruppen, z.B. für Akademiker, kaufmännische Angestellte oder Handwerker. Dies ist für Ärzte und Zahnärzte nicht zielführend, da deren berufsspezifischen Besonderheiten und Absicherungsbedürfnisse hierbei leicht untergehen.

Ein Arzt ist nun einmal kein Maurer, kein kaufmännischer Angestellter oder einfach nur kategorisch ein Akademiker. Zu groß sind die Unterschiede.

Tipp 2:

Der Arzt- und Zahnarztberuf ist ein Beruf mit hohen  Einkommenschancen. Unter den Ärzten befinden sich Besserverdienende und Spitzenverdiener:
hohe Dynamiken, weitgehende Ausbau- und Nachversicherungsgarantien in der BU-Versicherung sind deshalb unverzichtbar

Nach einem aufwendigen Studium der Medizin oder Zahnmedizin erfolgt in der Regel die Facharztausbildung. Hiernach steigen die Karrierechancen und das Einkommen wächst sprunghaft. Nicht wenige Ärzte haben bald jährliche Einkommen jenseits der 100.000 Euro.

Mit steigendem Einkommen, steigendem Lebensstandard sowie laufenden Eigenheim- und Praxisfinanzierungen wächst deren Absicherungsbedarf. Nicht selten werden nun monatliche Berufsunfähigkeitsrenten von 4.000 € oder 5.000 € und mehr gewünscht. 

Diesen hohen Absicherungswünschen stehen Hindernisse entgegen: Der Gesundheitszustand des Arztes oder Zahnarztes hat sich im Laufe der Zeit oft verschlechtert. Eine Höherversicherung oder ein Neuabschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb ohne weiteres nicht mehr möglich. Der Arzt würde schlichtweg bei Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung durch die Risikoprüfung des Versicherers fallen. Der Berufsunfähigkeitsversicherer fordert ggf. Risikozuschläge, medizinische Leistungsausschlüsse, beides oder er lehnt sogar den Antrag auf Berufsunfähigkeitsschutz ab.

Es empfiehlt sich ein Berufsunfähigkeits-Konzept

Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte und Zahnärzte müssen durch hohe Dynamiken, Ausbau- und Nachversicherungsgarantien eine bedarfsgerechte Erhöhung des Berufsunfähigkeitsschutzes ohne Gesundheitsprüfung  sicherstellen. Gegebenenfalls müssen zwei oder mehrere Berufsunfähigkeitsversicherungen in einem Konzept so miteinander kombiniert werden, dass eine spätere Erhöhung der versicherten Berufsunfähigkeitsrenten in einer angemessenen Höhe - ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist.

Viele Berufsunfähigkeitsversicherer stellen zwar werbewirksam ihre Ausbau- und Nachversicherungsgarantien heraus, doch diese verpuffen später oft durch strenge finanzielle Angemessenheitsprüfungen. Oder sie beschränken durch Vertragsklauseln eine Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente auf beispielsweise maximal 500 €, so dass eine angemessene Absicherung nicht erreicht werden kann. Hiermit ist Ärzten und Zahnärzten nicht gedient.

Weiterführender Link:

 » Nachversicherungsgarantien und Dynamiken in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Tipp 3:

Ärzte und Zahnärzte üben ihren Beruf aus Berufung aus: Deshalb sind die Regelungen zu einer konkreten Verweisung in der BU-Versicherung besonders wichtig

Ärzte und Zahnärzte üben ihren Beruf aus Berufung aus. Sie möchten anderen helfen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Ärzte, wenn sie in ihrem "zuletzt ausgeübtem Arztberuf" berufsunfähig werden, nicht selten unter Einsatz all ihrer Kräfte versuchen, zumindest in einem "anderen Arztberuf" weiterhin helfend tätig zu sein. Vorstellbar wäre es auch, dass der betroffene Arzt eine Facharztausbildung eines anderen ärztlichen Berufsbildes absolviert, in dem er noch mit seinem verbliebenen Restleistungsvermögen arbeiten kann.

Dieses besondere Absicherungsbedürfnis muss  Berücksichtigung finden. Achten Sie deshalb darauf, dass die Regelungen zur konkreten Verweisung in Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie vorteilhaft geregelt sind.

Weiterführender Link:

 » Konkrete Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

 

Tipp 4:

Eine spätere mögliche Praxisgründung sollte eingeplant werden: Deshalb schon bei Vertragsabschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf eine vorteilhafte Umorganisationsklausel achten.

Die in den Versicherungsbedingungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Arzt oder Zahnarzt verankerten Umorganisationsklauseln können dazu führen, dass niedergelassene Ärzte und Zahnärzte trotz Vorliegen einer medizinischen Berufsunfähigkeit keine Leistung erhalten. Deshalb ist schon bei Vertragsabschluss darauf zu achten, dass die in den Versicherungsbedingungen enthaltenen Regelungen einer betrieblich zumutbaren Umorganisation einer Arzt- oder Zahnarztpraxis - auch im Hinblick auf eine erst später geplante Freiberuflichkeit - konkret und vorteilhaft formuliert sind.

Weiterführender Link:

 » Umorganisationsklausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Tipp 5:

Ärzten und Zahnärzten kann ein Berufsverbot aufgrund einer Infektionsgefahr drohen: Sie benötigen eine  "Infektionsklausel"

Nur wenige Berufsunfähigkeitsversicherungen für einen Arzt oder Zahnarzt bieten eine vorteilhafte Infektionsklausel an. Vor Vertragsabschluss muss darauf geachtet werden, ob in den Versicherungsbedingungen der jeweiligen Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt eine Infektionsklausel vorgesehen ist und wenn ja, dann muss die dem Versicherungsvertrag zugrundeliegende Infektionsklausel daraufhin analysiert werden, unter welchen Voraussetzungen sie bei einem gesetzlichen oder behördlichen Berufsverbot infolge einer Infektion eine Rentenleistung vorsieht.

 Weiterführender Link:

 » Infektionsklausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung

 

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